E5 Alpenüberquerung – einer 10-köpfigen Wandergruppe

Manchmal entstehen die besten Ideen bei einem gemütlichen Abend mit Freunden. Bei uns war es der Wunsch, gemeinsam etwas Besonderes zu erleben. Nicht einfach nur ein verlängertes Wanderwochenende, sondern eine richtige Herausforderung. Einmal zu Fuß über die Alpen, von Oberstdorf bis nach Meran. Zu zehnt ging es los, wir kannten uns schon lange und hatten bereits einige gemeinsame Wanderungen unternommen. Eine mehrtägige Alpenüberquerung auf dem E5 war allerdings für die meisten von uns Neuland.
Nach einiger Recherche entschieden wir uns für den E5-Hüttenklassiker von Alpintrekker Wanderreisen. Die Route, die Übernachtungen auf den Berghütten und die Organisation machten einen guten Eindruck. Besonders wichtig war uns, als geschlossene Gruppe unterwegs zu sein und uns nicht selbst um die gesamte Planung kümmern zu müssen. Wir wollten gemeinsam wandern, die Berge genießen und uns auf das konzentrieren, weshalb wir diese Reise überhaupt gebucht hatten.
Von Oberstdorf hinein in die Allgäuer Alpen
Endlich war es so weit. In Oberstdorf begann unsere gemeinsame Alpenüberquerung. Die Rucksäcke waren gepackt und die Stimmung gut. Natürlich war auch eine gewisse Anspannung dabei. Schließlich wussten wir, dass uns in den kommenden Tagen einige Höhenmeter und durchaus anspruchsvolle Wanderetappen erwarten würden.
Bereits der erste Aufstieg durch den Sperrbachtobel zur Kemptner Hütte zeigte uns, dass diese Reise etwas anderes werden würde als unsere bisherigen Bergtouren. Mit jedem Höhenmeter ließen wir den Alltag ein Stück weiter hinter uns. Die Landschaft wurde zunehmend alpiner und die ersten Schweißperlen ließen nicht lange auf sich warten.
Als wir schließlich die Kemptner Hütte erreichten, war die Freude groß. Die erste Etappe war geschafft! Bei einem gemeinsamen Abendessen ließen wir den Tag Revue passieren. Wir lachten über die ersten kleinen Missgeschicke, tauschten unsere Eindrücke aus und freuten uns auf das, was noch vor uns lag. Spätestens an diesem Abend hatten wir das Gefühl, richtig angekommen zu sein.
Über das Lechtal und die Memminger Hütte nach Tirol
Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück weiter. Die Überquerung des Mädelejochs und der anschließende Abstieg ins Lechtal gehörten für uns zu den ersten landschaftlichen Höhepunkten. Immer wieder blieben wir stehen, machten Fotos und genossen die beeindruckende Bergkulisse.
Der spätere Aufstieg zur Memminger Hütte verlangte uns dann einiges ab. Besonders die letzten Höhenmeter hatten es in sich. Umso schöner war der Moment, als die Hütte endlich vor uns auftauchte. Die hochalpine Umgebung und die Bergseen machten diesen Abschnitt für uns zu einem besonderen Erlebnis.
Überhaupt stellten wir schnell fest, dass das gemeinsame Wandern eine ganz eigene Dynamik entwickelte. Jeder hatte zwischendurch einmal einen Durchhänger. Dann wurde das Tempo angepasst, ein Müsliriegel geteilt oder einfach eine zusätzliche Pause eingelegt. Niemand musste sich beweisen. Wir wollten schließlich alle gemeinsam in Meran ankommen.
Die folgende Etappe über die Seescharte und durch das Zammer Loch war landschaftlich beeindruckend, aber auch körperlich fordernd. Besonders der lange Abstieg machte sich irgendwann in den Beinen bemerkbar. Als wir unsere Unterkunft auf der Zammer Alm erreichten, waren wir entsprechend froh, die Wanderschuhe ausziehen zu können. Ein gutes Essen, ein kühles Getränk und die Aussicht auf die umliegenden Berge waren an diesem Abend vollkommen ausreichend, um glücklich zu sein.
Zwischen Gletschern, Bergpanoramen und echtem Hüttenleben
Mit jedem weiteren Wandertag veränderte sich die Landschaft. Die grünen Täler der Allgäuer und Lechtaler Alpen lagen inzwischen hinter uns. Vor uns wartete die beeindruckende Hochgebirgswelt der Ötztaler Alpen.
Der Aufstieg zur Braunschweiger Hütte war für uns ein weiterer Höhepunkt unserer Alpenüberquerung. Die gewaltigen Berge, die Gletscherlandschaft und die besondere Atmosphäre auf der hoch gelegenen Berghütte hinterließen einen bleibenden Eindruck. Hier oben wurde uns noch einmal bewusst, welche Strecke wir inzwischen gemeinsam zurückgelegt hatten.
Natürlich gehörte auch das Hüttenleben zu unserer Reise. Nicht jede Nacht war besonders erholsam, und gelegentlich sorgten schnarchende Zimmernachbarn für Gesprächsstoff beim Frühstück. Aber genau diese Erlebnisse machten unseren Hüttenklassiker so besonders. Wir saßen abends zusammen, erzählten Geschichten und hatten viel zu lachen. Handys spielten plötzlich kaum noch eine Rolle. Stattdessen genossen wir die gemeinsame Zeit.
Ein großes Plus war für uns die Begleitung durch unseren Bergführer Michael. Er kannte die Strecke, erklärte uns unterwegs interessante Besonderheiten der Bergwelt und hatte ein gutes Gespür für unsere Gruppe. Gerade bei anspruchsvolleren Passagen war es angenehm, Michael dabeizuhaben, der die Bedingungen einschätzen konnte und für einen vernünftigen Wanderrhythmus sorgte. Dadurch konnten wir die einzelnen Etappen deutlich entspannter angehen.
Die letzten Höhenmeter und das große Ziel vor Augen
Unsere vorletzte Hüttenübernachtung führte uns zur Martin-Busch-Hütte. Inzwischen hatten wir uns an den täglichen Rhythmus gewöhnt. Morgens frühstücken, den Rucksack packen, die Wanderschuhe anziehen und gemeinsam aufbrechen. Was zu Beginn noch ungewohnt gewesen war, fühlte sich mittlerweile ganz selbstverständlich an.
Gleichzeitig machte sich langsam eine gewisse Vorfreude auf Südtirol bemerkbar. Wir hatten in den vergangenen Tagen so viel gemeinsam erlebt, dass uns die Zeit einerseits unglaublich lang und andererseits erstaunlich kurz vorkam.
Der letzte Wandertag über die Similaunhütte war schließlich noch einmal etwas ganz Besonderes. Als wir die Grenze nach Italien erreichten, war die Freude entsprechend groß. Wir hatten es tatsächlich geschafft! Hinter uns lagen zahlreiche Auf- und Abstiege, eindrucksvolle Berglandschaften und viele gemeinsame Erlebnisse.
Beim anschließenden Abstieg ins Schnalstal wurde uns langsam bewusst, dass unsere Alpenüberquerung ihrem Ende entgegenging. Natürlich waren wir stolz auf das Erreichte. Gleichzeitig hätten einige von uns durchaus noch ein oder zwei weitere Tage dranhängen können.
Angekommen in Meran – ein gelungener Abschluss
Unser Ziel war das Hotel Elisabeth in Algund bei Meran. Nach den Übernachtungen auf den Berghütten freuten wir uns besonders auf eine ausgiebige Dusche, ein richtiges Bett und einen gemütlichen gemeinsamen Abend.
Mit einem Glas Wein stießen wir auf unsere erfolgreiche Alpenüberquerung an. Dabei wurde noch einmal ausgiebig über die vergangenen Tage gesprochen. Jeder hatte seine persönlichen Lieblingsmomente. Für manche war es die Landschaft rund um die Memminger Hütte, für andere die beeindruckende Gletscherwelt oder einfach das Gefühl, nach einem langen Wandertag gemeinsam das nächste Etappenziel erreicht zu haben.
Rückblickend war unsere E5-Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran genau die richtige Entscheidung. Die Mischung aus sportlicher Herausforderung, beeindruckender Natur, ursprünglichem Hüttenleben und guter Organisation hatte für uns wunderbar gepasst.
Besonders angenehm fanden wir, dass Alpintrekker die gesamte Wanderung so klasse organisiert hat. Wir mussten uns weder mit Hüttenreservierungen noch mit der detaillierten Etappenplanung beschäftigen. Auch unterwegs fühlten wir uns durch die professionelle Begleitung gut betreut.
Was uns aber am meisten in Erinnerung bleiben wird, sind nicht allein die Gipfel, die Höhenmeter oder die wunderschönen Bergpanoramen. Es sind die gemeinsamen Erlebnisse, die vielen Gespräche und die kleinen Momente unterwegs, über die wir wahrscheinlich noch in einigen Jahren lachen werden.
Wir sind zu zehnt in Oberstdorf gestartet und als eine Gruppe in Meran angekommen, die ein besonderes Abenteuer miteinander geteilt hat.
Und eines steht für uns bereits fest: Das war bestimmt nicht unsere letzte gemeinsame Alpenüberquerung mit Alpintrekker. Vielen herzlichen Dank. Kai, Michi, Doro, Torsten, Meli, Steffen, Thomas, Tina, Saskia und Alex




